Chris von Rohr über Zuwanderung und Europa

Über den Schweizer Rockmusiker Chris von Rohr scheiden sich bekanntermassen die Geister. Eine Person die immer stark polarisiert und auch provoziert. Man mag ihn oder man mag ihn nicht. Vielleicht gibt es aber über Chris von Rohr eine noch etwas differenziertere Haltung. In einer Talksendung von SRF3 gab Chris von Rohr jedenfalls sehr interessante Einsichten zum Thema Migration und Europa. Der linke Part sah dabei ziemlich alt aus. Chris von Rohr glänzte dabei mit brillanter Eloquenz und Sachkenntnis. Ein wahrer Intellektueller der mit dem 0815 Mainstream der Linken nicht (mehr) viel anfangen kann. 

 

Der Rockmusiker, Produzent und Buchautor Chris von Rohr traf sich im Focus Blinde Date von Radio SRF3 mit Slam-Poet Gabriel Vetter. Gleich zu Beginn des „ Blind Dates „ wurde es hoch politisch. Chris von Rohr bezeichnete die Deutschen in der EU als Frühaufsteher. Die Deutschen wären zäh und leidenschaftlich, wären stark geprägt durch die zwei Weltkriege. Diese ( also die Deutschen) würden früh aufstehen und gleich mit der Arbeit beginnen ( Widerspruch von Gabriel Vetter ).

Die Deutschen würde ihr Land eben immer auf eine Reihe bekommen, während die EU immer kränkeln wird.

 

Als Chris von Rohr dann weiter auf Frankreich, Italien und Spanien eingeht( 50% Jugendarbeitslosigkeit) tönte es weniger positiv. Ganz zu schweigen von Griechenland und Italien ( Krisenland Portugal wurde nicht einmal erwähnt). Alle Order in der EU würden nur noch von Brüssel und Straßburg kommen.

 

Slam Poet Gabriel Vetter dagegen bestreitet vehement, dass die EU-Süd von deutschen Transfers lebt. Die Fakten und Zahlen sprechen aber gegen Vetter. Wie kann es nicht anders sein, es ging um hier im Talk um die Währungs- und Wirtschaftskrise in der EU. Die Schweizer wären dagegen in einer " Wohlstandnarkose ".

 

Chris von Rohr verwendete hier für alles die richtigen Worte. Positive Ein- und Ansichten die so mancher bei Chris von Rohr nicht erwartet hätte.

 

Die vetterische Anti-Kapitalismusplatte


Adrian Vetter kritisierte im weiteren Verlauf des Gesprächs unsoziale Entlassungen in den 1990er Jahren bei Georg Fischer in Schaffhausen. Chris von Rohr kritisierte sehr wohl die Auswüchse des Kapitalismus und unsoziales Verhalten. Da ginge es laut von Rohr immer mehr um Maximum und Grösse, was krankhaft wäre. Immer größer, besser und schneller. Von Rohr ermahnte Vetter aber auch im gleichen Atemzug daran, was denn die Alternativen zum Kapitalismus wären.

 

Der Kommunismus  bestimmt nicht, da dieser nicht einmal das Klopapier auf eine Reihe kriegt ( siehe u.a Russland). Man müsse nur einmal solche Staaten besuchen. Es gäbe sehr wohl Unternehmer die gut und sozial mit ihren Angestellten umgingen. Chris von Rohr führte da u.a Swatch CEO Nick Hajek auf. Es geht hier immer um die Balance.

 

Dann kritisierte  Chris  von  Rohr  auch  lautstark  den  Multi-Kulti der Linken. Mehr darüber weiter unten. Die Unterhaltungsmusik und die Unterhaltung verdienten des weiteren keine Subventionen. Im Gegensatz zu Vetter lebe er nicht von subventionierten Kulturkuchen und hätte noch nie Subventionen entgegengenommen. Dann wird der Talk durch einen abrupten Einspieler unterbrochen.

 

Die Mär von den schwedischen Sozis und dem Multikulti

 

Adrian Vetter behauptete dann noch allen ernstes, dass Schweden links und sozialdemokratisch wäre, obschon Schweden seit 2006 von den Konservativen regiert wird, nachdem die Sozis jahrzehntelang an der Macht waren. Einer von vielen vetterischen Fauxpässen in der Sendung.

Dann dreht sich die Diskussion wieder um die Migration. Laut Von Rohr wäre Gabriel Vetter jemand der jeden Ausländer ins Land hineinlassen will. Eben wie ein  waschechter Linker. Das Mass ist verloren.

 

" Es gibt doch irgendwann Probleme, wenn man Krethi und Plethi reinlässt." 

 

Stichwort Einwanderung in den Sozialstaat. Gabriel Vetter dreht dabei wieder den Fokus auf Deutschland um ( die Frühaufsteher), da von Rohr doch so sehr vom deutschen Fleiss beeindruckt ist, dort würden doch auch viele Ausländer und solche mit Migrationshintergrund leben, früh aufstehen und jede Tag arbeiten.

 

Dieser Vergleich ist allerdings dumm und ober peinlich, da Deutschland zehnmal größer ist als die kleine Schweiz und proportional gesehen viel weniger Einwanderung aufweist als wir. Unser Land hat 8 Millionen Einwohner, Deutschland 80 Millionen, ist zehnmal größer, bei einer Nettoeinwanderung von jährlich 80.000 in die Schweiz, betrüge diese proportional gesehen 800.000 in Deutschland, was aber bei weitem nicht der Fall ist. Deutschland hat dann nur einen Ausländeranteil von 9% und die Schweiz einen von 24% ( ohne Asylanten).

 

Und dann der vetterische Witz des Tages. Die Schweiz hätte viel mehr Ausländer als Deutschland oder Italien, da man diese Leute nicht einbürgern würde. Vetter sollte hier vielleicht auch noch erwähnen, dass viele einbürgerungswillige Ausländer die Einbürgerungskriterien ( wie die Sprache) eben gar nicht erfüllen. 30-40.000 Ausländer pro Jahr einzubürgern ist immer noch viel.

 

Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein

 

Von Rohr stellte Vetter die Frage, was denn eigentlich rassistisch daran wäre, wenn die Schweiz bei der Migration wieder Kontingente einführen würde, so wie etwa Australien oder Neuseeland. Vetter fand dazu natürlich keine Antwort.

 

Laut Vetter wäre es scheissegal von wo jemend kommt und welche Religion er hat. Aber ist es auch scheissegal wie viele Ausländer in die Schweiz einwandern?! Mit einer schon heute zubetonierten Landschaft zwischen Zürich und Bern. Die Schweiz als Stadtstaat a la Singapur?? Auch auf diese Fragen wusste Vetter keine vernünftige Antwort. Danach bringt es Chris von Rohr wieder auf den Punkt . Die Schweizer sind zu lieb, die lassen alle rein, in Bezug darauf, dass bei der Einwanderung auf Quantität geachtet wird und nicht auf Qualität, wie in Kanada, Neuseeland oder den USA. Die Balance zwischen Einwanderung und anssäsigen Schweizern und niedergelassenen Ausländern stimmt nicht mehr. Die Schweiz ist ein kleines Land und besteht zu 2/3 aus Bergen, die derzeitige Entwicklung ( also die Masseneinwanderung) ist ungesund für unser Land.

 

Chris von Rohr erhielt von Christoph Blocher eine Zutrittsberechtigung als Besucher für das Bundeshaus. Während drei Jahren besuchte er fünfmal im Jahr das Bundeshaus und dessen Sessionen. Würde von Rohr so arbeiten wie im Bundeshaus, dann wäre er nicht erfolgreich. Einer Gruppe von Parlamentariern geht es nur um den Machterhalt, die via Staat und Hotel Mama direkt in den Nationalrat gelangten, ohne jemals einen Job und Verantwortung ausgeübt zu haben. Reine Berufspolitiker. Dann gäbe es im Bundeshaus auch noch die Gruppe jener Politiker die nur Lobbyisten wären. Diese würden nicht verstehen, warum Herr Blocher einem Chris von Rohr eine Zutrittsberechtigung für das Bundeshaus gibt.

 

Fazit

 

Von Chris von  Rohr kann man halten was man will. In vielen Dingen mag von Rohr weiterhin anecken und polarisieren. Man muss nicht überall seine Meinung teilen. Aber wo er recht hat, hat er recht. Auch bei Von Rohr gilt es immer genau hinzuhören und zu differenzieren, was bei solchen Leuten oft unterlassen wird, da man schon oftmals vorgefasste Meinungen hat. Was der Altrocker Chris von Rohr auf Focus Blindate über die Einwanderung und Europa von sich gab hat jedenfalls Hand und Fuss. Der Solothurner sagt was er denkt und denkt was er sagt, direkt und auch zusehends intellektuell. Ein wahrer Lichtblick unter den Promis in der Schweiz.


Beim  Slam-Poeten  Gabriel  Vetter  sieht  man  dagegen  das übliche Verhaltensmuster eines linken Künstlers. Vetter mag durchaus Meister seines Metiers zu sein. Unvergessen seinen Auftritt mit Peter Schneider als Radio-Kommentator des Eurovision Song Contest. Einfach Klasse. Wie üblich verstehen solche Leute aber rein gar nichts über die Politik und die Sorgen und Nöte des kleinen Mannes. Darüber einfach mal zu schweigen und nicht dem linken Mainstream nachzuplappern wäre das Beste. So ganz nach dem Motto: Schuster bleib bei deinem Leisten!!

 

P.S Der Talk mit Chris von Rohr wird eigentlich erst am 4.8.2014 auf SRF3 ab 20 Uhr ausgestrahlt

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