Grössenwahn und Gigantismus sind unschweizerisch!!

Die individuelle Freiheit hört dort auf wo die Freiheit von anderen beschnitten wird. Die Street Parade bindet zu viele Polizeikräfte aus der ganzen Schweiz in Zürich. Sicherheitskräfte müssen Überstunden leisten. Eine Million zusätzlicher Menschen in einer engen 400.000 Einwohner Stadt werden zur Hypothek. Weniger wäre mehr. 

 

Seit 15 Jahren hört man immer wieder die Aussage, wonach bei uns das Sicherheitsdispositiv bei Grossveranstaltungen nochmals angepasst oder erhöht wurde, nach Terroranschlägen im Ausland. Auf Grund des Personalmangels der Schweizer Polizei kann hier aber schon längst keine Sicherheit mehr erhöht werden. Da nützt es auch nichts Polizisten aus der ganzen Schweiz zusammenzuziehen, die dann in anderen Kantonen an diesem Tag fehlen und dortige Sicherheistlücken nur noch vergrösseren, die ohnehin schon vorhanden sind.

 

Die Polizei hat hier null Chancen gegen Terroristen, weil die Polizei zu wenig Personal hat um 1 Million Techno Fans Sicherheit zu bieten. Oder was sind schon 1000-2000 Polizisten bei einer Menschenmasse von 1 Million an der Street Parade? Ein Anschlag und/oder eine Massenpanik genügen schon für eine riesengroße Katastrophe. Es gibt genug Möglichkeiten für Terroristen. Siehe Anschläge in Paris und Nizza. Die Polizei darf die Bevölkerung nicht in falscher Sicherheit wiegen. Was die Zürcher Polizei da  verbreitetet sind leider nur Beruhigungs-Pillen und unnütze Statements. Nach den islamistischen Terroranschlägen in Frankreich und Deutschland müssen auch wir mit dem Schlimmsten rechnen.

 

Dieser Event gefährdet gleich doppelt Menschenleben: Es müssen nicht Terroristen zuschlagen, es genügt schon eine Massenpanik, vor allem auf oder bei der Quaibrücke.

 

Oder dann läuft in einem anderen Kanton ein Rentner Amok, sprich ein Grossereignis, was sehr viele Polizisten benötigt, die aber so nicht mehr vorhanden sind, weil die Restschweizer für einen Zürcher Event ( der hier bewilligt wird) erhebliche Polizeikräfte abstellen müssen. Für Staatsbesuche wie jenen von Christian Wulff mussten die Berner schon viele Polizisten abkommandieren. Als dann gleichzeitig in Biel ein Rentner amok lief war das Chaos perfekt: Es fehlte der Berner Polizei an Leuten, so dass Zürcher Polizisten und die Armee einspringen mussten.

 

Die persönliche Freiheit dort auf, wo die Freiheit von anderen beschnitten wird. Es ist total überheblich und dreist, wenn eine Million Techno Fans eine ganze Stadt für sich alleine beansprucht, die aber kaum mehr Umsatz erbringen als sonst, da eben auch andere potenzielle Besucher der Stadt an diesem Tag fern gehalten werden. Man denke da nur an asiatische Touristen, die sich gerade im Berner Oberland oder Luzern aufhalten, an reiche Arabische Touristen, die gerne noch Zürich fahren würden. Viele werden durch die Street Parade abgehalten. Deren Reisecars können Zürich an diesem Tag gar nicht anlaufen.

 

Die meisten Teilnehmer der Street Parade sind dermassen von Musik, Alkohol und Drogen zugedröhnt, dass diese gar kein Hotel mehr aufsuchen können, geschweige denn in einem Restaurant etwas konsumieren. An der Street Parade gibt es viele Teilnehmer die zur Asozialität neigen. Absoluter Schwachsinn zu behaupten, dass Zürich Tourismus von diesen Leuten grossen Profit hätte. Demgegenüber was diese Leute auf der Strasse konsumieren, kann man die grossen Abfallberge, Fäkalien und wildes Campieren entgegenhalten. Weshalb können diese Raver ihren Event nicht auf dem grossen Feld am Flugplatz Dübendorf abhalten?

 

Ausserdem ist ein grosses Feld etwas übersichtlicher für die Sicherheitskräfte, als die Zürcher Innenstadt.

 

Total hirnverbrannt, so eine Veranstaltung mit 1 Millionen Menschen, in einer relativ engen 400.000 Einwohner Stadt abzuhalten. Weniger wäre hier mehr!!

 

 

Es ist höchst problematisch, wenn an der Zürcher Street Parade Eltern mit ihren Kindern teilnehmen, während es viele nackte, oder halbnackte Erwachsene gibt, vielfach eben auch Männer, deren Geschlechtsteile kaum mehr abgedeckt sind, oder dann nackt mit Farbe übermalt. Streng genommen kann man solche Leute auch Anzeigen, da mit so einem Auftreten in aller Öffentlichkeit sehr schnell die Straftatbestände der Sexuellen Belästigung (Art. 198 StGB) und Exhibitionismus (Art. 194 StGB) erfüllt sind.

 

Klar wird es dazu kaum kommen. Wer möchte da schon als prüde und verklemmt dargestellt werden. Auf der anderen Seite würde ein Lehrer aber sofort angezeigt werden, wenn dieser nur ganz kurz auf dem Flur im Schulhaus nackt herumlaufen würde. Die Stelle würde er natürlich auch verlieren. Dessen muss man sich einfach bewusst sein.  Diesbezüglich sind solche Outfits an der Zürcher Street Parade nicht ohne, mal abgesehen vom Drogenkonsum und dem vielen Abfall!

 

Fazit

Wenn eine Armee in einem Krieg zu wenig Soldaten hat, dann muss man diese dort einsetzen, wo es am meisten zu verlieren gibt und es ans Eingemachte geht. Keine Nebenkriegsschauplätze. Die Zürcher Street Parade ist es in dieser Größenordnung bestimmt nicht wert. Woher nehmen und nicht stehlen bei diesem Mangel an Sichererheitskräften? Oder bezahlen die Raver alle Umtriebe die sie verursachen und verschulden? Warum müssen immer Unbeteiligte für die Spassgesellschaft bluten und bürgen? Weniger wäre hier mehr.

Genau so wie wir keine Mega Banken brauchen, brauchen wir auch keine Events dieser Grössenordnung. Deine Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit von anderen beginnt!!

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 8
  • #1

    Hans Christian Müller (Samstag, 13 August 2016 13:32)

    Leider, leider, leider liegt der Gigantismus im Zug der Zeit. Und ebenso leider liegt die Verantwortung - wirklich allen anderen voran - bei den Medien, die ihrerseits von Hype zu Hype hetzen und glauben, der normale Konsument lechze danach. Hintergrundbetrachtungen sucht man meist vergeblich. Ich bin dankbar, dass Gedanken wie die obigen trotz allem noch gedacht und geäussert werden.

  • #2

    Swiss Raver (Dienstag, 16 August 2016 11:31)

    Wenn es ihnen in einer freiheitlichen Schweiz mit halbnackten Ravern nicht gefällt, dann wandern Sie doch nach Syrien aus, wo niemand tanzt und feiert und alle Frauen Burka tragen!
    Der Wert der Schweiz liegt nicht im Spiessertum sondern in unserer Freiheit, die eine Vielfalt kultureller Events ermöglicht. Vom Schützenfest übers Opernhaus bis zur nackten Street Parade. Und Freiheit hört noch lange nicht dort auf, wo Ihr Horizont endet.

  • #3

    swissness (Dienstag, 16 August 2016 18:09)

    Swiss Raver, haben Sie den Blog gelesen, oder sind Sie Analphabet? Im Artikel ging es nämlich nicht um nackte Menschen als solches auf der Strasse, sondern darum, dass an der Street Parade auch Familien mit Kindern anwesend sind, während solche Typen wie auf dem untersten Bild ebenfalls herumlaufen. Was als Antragsdelikt die Straftatbestände der Sexuellen Belästigung (Art. 198 StGB) und Exhibitionismus (Art. 194 StGB) erfüllt.

    Es hat auch niemand behauptet, dass dieser Anlass als solches verboten gehört. Aber bitte nicht so, dass damit die Freiheit von anderen beschnitten wird, nur um die eigene Freiheit auszuleben auf Kosten anderer. Das dümmste was es gibt, diesen Event in einer engen und kleinen Stadt abzuhalten, wo im Notfall kaum ein Hubschrauber landen kann. Den Anlass auf dem Flugplatz Dübendorf abzuhalten wäre sicherer und könnten ebenso grosse Menschenmassen aufnehmen. Aber richtig lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein.

  • #4

    Thomas (Dienstag, 16 August 2016 23:51)

    Ach......und Fussballschlachten welche jedes Wochenende gleich viel, wenn nicht noch mehr Polizisten bindet sind dann Ok? Schon mal nach einem "Risikospiel" durch Basel oder Zürich geschlendert? Poliziste, Besoffene, Abfall zu hauf, Sachbeschädigungen, Verletzte, demolierte Züge und, und, und.
    Aber für euch Braune ist dies ja der richtige Ort um euch zu treffen und rechte Parolen rum zu schreien. Da sagt dann ja auch niemand was. Wird notabene auch von uns Steuerzahlern berappt. Etwas mehr Toleranz stände dem Verfasse eines solchen Pamphletes doch an.

  • #5

    swissness (Mittwoch, 17 August 2016 18:11)

    Seit wann gibt es 900.000 Fussballfans, die das ganze Zürcher Seebecken und die Innenstadt für sich alleine beanspruchen und lahm legen? Ihr Vergleich hinkt massiv und ist dämlich. Außerdem gab es an der Streetparade wieder eine Messerstecherei und so viele Verhaftungen wie noch nie.

    http://www.nzz.ch/zuerich/aktuell/attacke-an-der-zuercher-street-parade-staatsanwalt-ermittelt-wegen-versuchter-toetung-ld.111405

  • #6

    Ebnöther (Samstag, 20 August 2016 11:40)

    Gibt es für die Aussage "Die meisten Teilnehmer der Street Parade sind dermassen von Musik, Alkohol und Drogen zugedröhnt, dass diese gar kein Hotel mehr aufsuchen können ..." einen Beleg / Statistik?
    Besten Dank!

  • #7

    Heinz Frischknecht (Samstag, 20 August 2016 18:05)

    Dies mit dem Flughafen Dübendorf wäre sicher eine verfolgenswerte Idee, man müsste abklären,ob dort eine Parade möglich wäre, oder ob es ein Sicherheitsrisiko wäre, wie vor einigen Jahren in Duisburg in Deutschland, wo es an einem ähnlichen Anlass zu einer Massenpanik mit einigen Toten gekommen ist.SS

  • #8

    swissness (Samstag, 20 August 2016 18:41)

    Ebnöther, 900.000 Leute sollen den Anlass besucht haben. Von der Zürcher Hotellerie und Gastronomie ist aber nicht bekannt, dass diese wegen der Street Parade vom vergangenen Wochenende rekordverdächtige Umsätze gemacht hätte.

    Herr Frischknecht, die Idee mit dem Flugplatz Dübendorf wäre absolut prüfenswert, anstatt das Areal zu überbauen und Mega Events in eine enge Stadt zu verpferchen. Schon nur der Sicherheit wegen viel besser. Dann heisst es einfach Field Parade:-)

      Top Links

Links

Blogparade
Blogverzeichnis
Blogverzeichnis
Blogverzeichnis